Neues aus österreichischen Kerkern

Mitte Februar gelang einem Insassen des Häfns in Klagenfurt die Flucht. Er versteckte sich in einem Müllsack und ließ sich von der Müllabfuhr „wegwerfen“. Während der Fahrt des Müllwagens zur Deponie konnte er unbemerkt abspringen und ist seither verschwunden. Die Bullen suchten natürlich in jeder Ritze nach ihm, konnten ihn aber nicht finden und gaben gar an, „dass eine Fahndung aussichtslos wäre“… Wir freuen uns, dass das geklappt hat! Auch zeigen die immer wieder erfolgreichen Ausbrüche aus österreichischen Gefängnissen, dass die Kontrolle und Überwachung dann doch nicht immer so flächendeckend funktioniert und es immer möglich ist, einen Moment der Freiheit zu erkämpfen.

Weniger Erfreuliches ereignete sich in der Justizanstalt Hirtenberg. Ein 55-jähriger Mann klagte seit einem halben Jahr über Bauchschmerzen, wurde aber von der Justizwache weder begutachtet noch ernst genommen. Nach einem halben Jahr wurde er endlich nach Wien in ein Spital gebracht, wo ihm ein Hodenbruch diagnostiziert wurde – inklusive sofortiger Notoperation. Die Gefängnisleitung sagte den Termin kurzfristig ab, angeblich aus Zeitgründen. Kurze Zeit später, Anfang Dezember, starb der Mann an Leber- und Nierenversagen…

Die Verantwortlichen schweigen, bzw. streiten jede Verantwortung ab. Die Angehörigen klagen nun gegen die Gefängnisleitung wegen fahrlässiger Tötung.

Die schlechte ärztliche Behandlung im Gefängnis ist allerdings kein Einzelfall, immer wieder sterben Häftlinge aufgrund fehlender Behandlung. Für uns ist das nur ein weiterer Grund, das Gefängnis und diese Gefängnisgesellschaft zu bekämpfen.

Jeder Mensch, der im Knast stirbt, wird von den Bütteln des Systems ermordet! Nieder mit allen Gefängnissen!